Die vegetativen Prozesse beinhalten den Laubaustrieb im Frühling mit dem Erscheinen von grünen Trieben Mitte April, das Ausbrechen im Mai, die Blütezeit im Juni und die Fruchtbildung als eigentliche Phase des Fruchtwachstums.

Schliesslich die wachsenden Traubenbeeren, welche ab August mit der Zuckerbildung beginnen und bis zur Weinernte sukzessive Reifen.

Die grünen Triebe bzw. das Holz wird im Herbst braun und nach dem ersten Frost im November gehen die Rebstöcke in den Winterprozess über. Die Reben erholen sich.

Alain Rolaz

Formation des grappes Domaine de Chantegrive

Der vegetative Prozess

Die Saftgerinnung

 

Am Anfang des Frühlings erreicht der Saft die Spitzen der Rebenzweige. Das ist die Saftgerinnung: je nach Terroir und je nach Reben verliert jeder Rebstock zwischen einem halben und fünf Liter Saft.

Der Laubaustrieb

 

20 bis 30 Tage nach der Saftgerinnung, je nach Klima und Bodenbeschaffenheit sowie je nach Traubensorten-Eigenschaften, unterstützt man die Knospen bei deren Entfaltung: Dabei spricht man vom sogenannten Laubaustrieb. Dies passiert früher beim Chardonnay, spät beim Merlot und dazwischen treibt der Blauburgunder aus.

Der Blütenstand

 

Nach dem Laubaustrieb entwickeln sich die Zweige und Blätter. Zudem kommen kleine Traubenbeeren in Form von winzigen Knöpfen zum Vorschein, welche im Lauf der Zeit zu Blumenblüten wachsen.

Die Blüte

 

Die Blüten kommen ungefähr 8 Wochen nach dem Laubaustrieb zum Vorschein und blühen ungefähr während 10 bis 20 Tagen. Während dieser Zeit sind die Reben bei schlechtem Wetter sehr verletzlich, vor allem bei allfälligem Frost. Aus diesem Grund werden auch oftmals spätreife Traubensorten in Weinbaugebieten angebaut, in welchen es im Frühling ab und zu noch gefrieren kann.

Die Fruchtbildung

 

Jede fruchtbare Blüte wandelt sich zu einer Traubenbeere; das Verhältnis fruchtbarer Blüten zu Trauben ist auch von der Traubensorte abhängig.

Das Wachstum

 

Während ungefähr 6 Wochen wachsen die Traubenbeeren volumenmässig ohne nennenswerte Veränderungen in ihrer Konsistenz. Lediglich der Säuregehalt nimmt während dieser Zeit leicht zu.

Der Reifeprozess

 

Im August wechselt die Haut der Traubenbeeren ihre Farbe. Von grün wird Sie je nach Sorte grün-weisslich, goldig oder lila-rot. Der Beginn der eigentlichen Reifung, während der die Traubenbeeren kontinuierlich wachsen und sich nun auch generell in Ihrer Beschaffenheit bis zur vollendeten Reife umwandeln und entwickeln. Der Weinsäuregehalt übersteigt nun die Apfelsäure, welche sich nun reduziert. Dafür steigt der Zuckergehalt bis zu seinem Maximum. Entspricht die Traubenreife dem Zuckermaximum, so ist dies nun der normale Zeitpunkt für den Beginn der Weinernte. Die Reifung dauert insgesamt rund 7 Wochen.