Für die Arbeit in den Reben ist es besser, viele kleine Hände zu haben als viele kleine Kleckse. Gerade beim Ausbrechen bzw. bei den Arbeiten am Rebstock gilt es äusserst präzise vorzugehen. Lediglich fünf – oder je nach Pflanzenkultur sieben – Pflanzentriebe dürfen am Stamm gelassen werden. Mit Entlaubungen wird Platz für die Trauben geschaffen und die Fruchtruten werden gebunden. Mit der sogenannten grünen Lese werden bereits erbsengrosse Beeren entfernt, so dass die verbleibenden Beeren mehr Kraft und eine bessere Qualität erhalten. Im Herbst steht schliesslich die Weinlese an, gefolgt von den Rebenschnitten, welche sich quasi über den gesamten Winter erstrecken.

Wir gehören zu den Weingebieten, welche am längsten an den Reben arbeiten – vor allem beim gezielten Entlauben, so dass die Trauben maximal von der Sonne profitieren können. Andererseits müssen die Blätter wohldossiert bleiben, um die Trauben auch von zu starken Sonnenstrahlen zu schützen.

Alain Rolaz

 

Die Rebenarbeiten

Pflege

 

Die Düngezeit und die Bodenbearbeitung bzw. stellenweises Pflügen beschliessen die Pflegearbeiten.

Pflanzzeit

 

Wenn die April-Sonne den Boden wieder aufheizt, bereitet der Weinbauer seine Rebenparzellen wieder vor. Auf bevorzugten Böden werden junge Pflanzen gesetzt. Diese Arbeit setzt einen enormen Einsatz an Arbeitskräften, Handarbeit und Material (Pflöcke, Eisendraht usw.) voraus.
Junge, frisch angepflanzte Reben werden in etwa 4 bis 5 Jahren wieder eine vollwertige Ernte ergeben.

Entfernung der überschüssigen Knospen

 

Die unerwünschten Knospen werden manuell ausgerissen und nur rein die Hauptknospen übrig gelassen. Aus diesen konstituieren sich letztendlich die tragenden Holzäste für die Weintrauben.

Entfernung alter Zweigtriebe vom Stamm

 

Am ältesten Teil der Rebstockwurzeln findet man unfruchtbare Triebe. Das heisst Rebensprossen, an welchen keine Trauben mehr wachsen jedoch unnötigerweise Kraft vom gesamten Rebstock entziehen. Diese Triebe vom Rebenstamm werden ab Mai geschnitten: Diesen Vorgang bezeichnet man als «épamprage».

Pflanzenschutz-Behandlungen

 

Es wäre schädlich, die Reben während der vegetativen Phase schutzlos zu belassen. Vor allem während dem Stadium, in dem die Weinbeeren sichtbar werden bis zur vollen Reife.
Folglich ist die Aufmerksamkeit des Weinbauers zwischen der Reben-Blüte (im Juni) und der eigentlichen Traubenbildung besonders ausgeprägt. Währendem bereitet er seine Sprühgeräte vor, um allfällige Pilzkrankheiten zu bekämpfen: Mehltau, Fäulnis usw.
Ab Mitte August werden keine Behandlungen mehr ausgeführt.

Insektenbekämpfung

 

Bei einer Integrierten Produktion werden die Reben bei der Insektenbekämpfung mit biologischen Produkten behandelt. Diese verfolgen das Ziel, die Entwicklung von Eiern und Larven möglicher Schädlinge zu beeinträchtigen.
Zudem können dadurch die Eier allfälliger Traubenwürmer nicht ausschlüpfen und die Larven von Läusen werden zerstört.

Entlaubung

 

Damit die Weinbeeren maximal von der Sonne profitieren können, wird das überschüssige Laub entfernt. So werden die Weintrauben zudem besser belüftet und das Fäulnisrisiko limitiert.

Aufbinden an den Reben-Zaunreihen

 

Die neuen Zweige müssen an der Reben-Zaunreihe festgemacht werden. Sie werden dabei am Eisendraht festgebunden, damit sie in Richtung der Reihe wachsen können.

Rebenschneiden

Rebenschneiden

 

Bis im Monat August schneidet der Winzer alles, was aus der Reben-Zaunreihe raus ragt. Er schneidet und pflegt die Reben.

Grüne Traubenlese

 

Gegen Ende August erreichen die Trauben langsam Ihre Reife. Zeit für den Winzer, sämtliche Behandlungsarbeiten einzustellen. Ab diesem Zeitpunkt fokussiert er sich auf die Reinigung der Tanks und Fässer sowie auf die Instand- und Bereitstellung des Winzer- und Erntematerials.

Start der Weinernte

 

Die Bestimmung des Weinernte-Datums ist ein komplexer Prozess. Theoretisch kann die Ernte nach 110 Tagen nach der Blütezeit vollzogen werden. In der Praxis jedoch spielen zusätzliche Faktoren eine wichtige Rolle. Unter anderem der Reifegrad der Trauben, die Wettervorhersagen, die meteorologischen Bedingungen während des gesamten Jahres, allfällige Krankheiten und Schädlinge der Pflanzen usw. Tatsächlich wird der genaue Erntezeitpunkt letztendlich basierend auf den Fähigkeiten und der Erfahrung des jeweiligen Winzers, welcher alle relevanten Faktoren berücksichtigt, festgelegt.

Weinernte

 

Aus Respekt der Tradition gegenüber, werden die Trauben manuell geerntet. Diese werden geschnitten, sortiert und durch die Ernte-Helferinnen und -Helfer in Kisten gefühlt. Brententräger sammeln diese ein und leeren die Trauben in grosse Winzer-Behälter. Sobald die Behälter voll sind oder die Reben-Parzelle gewechselt wird, werden die Behälter zur Traubenpresse befördert.

Reben ausreissen

 

In jedem Jahr werden die ältesten Rebstöcke ausgerissen. Die Ackerschichten werden tiefgründig gepflügt und dadurch belüftet sowie die restlichen Wurzeln entfernt.

Neubepflanzung

 

Sobald die Weinernte beendet wurde, werden krankhafte Rebenwurzeln ausgerissen und durch neue Setzlinge ersetzt.

Schneiden

 

Jedes Jahr spriessen von neuem verschiedene Zweige aus den Rebstöcken. Die Trauben wachsen jeweils auf den Sprösslingen des Jahres bzw. auf dem Holz des Vorjahres jedoch nie auf der Basis des alten Holz. Man behält einen Zweig und einen Reservezweig mit zwei Wurzelaugen.

Das Ausbrechen der Rebenzweige

 

Das Schneiden setzt sich fort. Der Winzer lässt während dem Schneiden die Zweige in die Rebenreihe fallen. Dies ist das Ausbrechen der Rebenzweige. Die Zweige werden in den Reihen zerquetscht und verkleinert.

Düngung

 

Ein Rebstock bleibt während mehr als 30 Jahren auf derselben Parzelle. Entsprechend wichtig ist es, dem Boden Düngemittel und Nährstoffe, welche durch die Ernte entzogen wurden, wieder zuzuführen und den Boden anzureichern. Die Zufuhr von Dünger hilft bei der Entwicklung seiner Vegetation, seiner Früchte aber auch, um gegenüber Krankheiten resistenter zu werden.

Pfropfen

 

Zwei verschiedene Rebstöcke werden miteinander gekreuzt und verwachsen. Basierend auf dem einen Rebstock, dem Pfröpfling, entspriessen schliesslich einmal die Weintrauben. Der andere bildet die eigentliche Unterlage und dient als Fundament der Pflanze.